Seit den 1960er Jahren gab es viele Comicmagazine und auch viele Fanzines sowie semiprofessionelle Magazine in Deutschland. Nur wenige hielten sich über eine signifikante Zeit. Das Magazin ZEBRA, das es in der alten Form auch längst nicht mehr gibt, feiert dieses Jahr im Februar den 30-jährigen Geburtstag. CRON sprach mit den beiden noch heute aktiven Brüdern Georg und Werner Berres.
Auch 2013 startet ein neuer Verlag ein Comicprogramm. Der Verlag Diábolo Ediciones ist in zweifacher Hinsicht bemerkenswert. Zum einen ist es kein Buchverlag, der nebenher auch ein paar Comics herausbringt, sondern er startet mit einem reinen Comicprogramm. Zum anderen befindet sich sein Verlagssitz in Madrid. Im März startet der spanische Verlag mit drei Titeln.
Der Bildschriftenverlag (BSV) war in den 1960er und 1970er Jahren der Verlag, der in Deutschland nicht nur die Illustrierten Klassiker salonfähig gemacht hat, sondern auch viele US-Lizenzen von Verlagen wie Dell, Gold Key, Marvel oder National Periodicals (heute: DC Comics) in Heftform auf Deutsch publizierte.
Zu Beginn des Jahres wurde in Hannover ein neuer »BSV« gegründet. Eckhard Friedrich, bekannt durch viele Jahre Verlegertätigkeit mit dem CCH, gibt Auskunft im Interview zu dem neuen-alten Verlag.
Crumb kommt! Erst die Sketchbücher bei Taschen im September, dann die Comics bei Reprodukt (ab Oktober, Start mit Nausea), und schließlich kommt der Meister höchstpersönlich. Er wird zusammen mit seiner Frau Aline Kominsky-Crumb Ehrengast auf dem Comicfestival 2013 in München sein.
Auch 2013 veröffentlicht der Brockhaus Verlag weitere Bänden seiner Reihe »Literaturcomics« mit Adaptionen von Klassikern der Abenteuerliteratur. Vier neue Titel sind für das Frühjahr angekündigt.
Anlässlich des 60jährigen Landesjubiläums von Baden-Württemberg im Jahr 2012 erscheint im Verlag Sadifa Media, eine Comicreihe in acht Bänden. CRON hat den ersten Band gelesen und Frans Stummer, den Zeichner, danach befragt.
Totgesagte leben länger. Das gilt auch für die Werkausgabe der Abenteuerserie Turi & Tolk aus der Feder von Dieter Kalenbach. Nach mehr als drei Jahren wird 2013 beim Hamburger Kleinverlag »comics etc« ein neues Album erscheinen. Doch zuerst kommt ein aufwändig produziertes Buch über Hansrudi Wäschers Telefonkartenmotive. Und ein Heft zum GCT 2013 ist ebenfalls in der Pipeline. Zu den Neuheiten gibt Hartmut Becker Auskunft im Interview.
Im Friedrich Verlag erscheint das Fachmagazin »Der Fremdsprachliche Unterricht Englisch«. Die Zeitschrift versteht sich als Hilfsmittel für einen modernen und praxisorientierten Englischunterricht in der Schule. Erstmals widmete das Magazin eine ganze Ausgabe dem Thema »Graphic Novels«. CRON stellt das Heft vor und fragte bei Chefredakteurin Solveig Möhrle nach.
Der französische Verlag Hachette ist ein Spezialist für sogenannte »Partwork«-Publikationen: speziell konzipierte Serien von Publikationen, Magazinen oder Büchern, die in kurzem Abstand erscheinen und eine Art Referenzwerk darstellen oder ein Sammelgebiet abbilden. Im Januar 2013 startete Hachette gleich zwei Sammeleditionen, die für Comicfans von Interesse sind. Neben »Das gallische Dorf des Asterix – die Welt der unbeugsamen Gallier«, einer umfangreichen Edition von Resinfiguren plus Beilagenmagazin, beginnt die Comicreihe »Die offizielle Marvel-Comic-Sammlung«.
2010 erschien bei Taschen zum Jubiläum des großen US-amerikanischen Comicverlags DC Comics der Sekundärband »75 Years of DC Comics: The Art of Modern Mythmaking« von Paul Levitz. Der Band beeindruckte nicht nur durch eine enorme Bilder- und Faktenfülle, sondern auch durch seine Größe, Aufmachung und den stattlichen Preis von 150 Euro. Etwas mehr als zwei Jahre später kommt der leicht überarbeitete Inhalt in einer Reihe von Einzelbänden erneut auf den Markt.
Am 13. Juli 2012 wurde Rudolph Dirks posthum in die »Will Eisner Hall of Fame« aufgenommen. Zusammen mit den Neuzugängen Bill Blackbeard, Richard Corben, Harry Lucey, Katsuhiro Otomo und Gilbert Sheldon. Damit gehört sein Name dem exklusiv-illustren Kreis der größten Comickünstler aller Zeiten an, der 1987 ins Leben gerufen wurde. Die ersten Mitglieder der »Hall of Fame« waren damals Carl Barks, Will Eisner und Jack Kirby.
Dirks, der Erfinder des Comicstrips The Katzenjammer Kids, stammt aus Deutschland und ist wie seine bahnbrechenden Comics in seinem Ursprungsland relativ unbekannt. Jetzt bringt eine Monographie über Dirks Licht ins Dunkel. Matthias Hofmann hat sie gelesen und Tim Eckhorst, den Autor des Buchs, dazu befragt.
Es war nur eine Frage der Zeit. Im Mai 2013 kehrt das einst als latent subversives Untergrundblatt gestartete und in seiner letzten Inkarnation als langlebiges Biotop für internationale Comiczeichner der schrägen Art und deren abgefahrene Bildergeschichten bekannte Magazin U-Comix zurück.
CRON berichtete bereits letztes Jahr von dem Plan. Jetzt gibt Head-Honcho Steff Murschetz in einem Interview weitere Informationen bekannt.
Bekanntlich sind Comicleser und Comicsammler nicht grundsätzlich deckungsgleich. Letzerer hat mitunter seine Comics nicht einmal gelesen. Der wahre Comicsammler führt nicht nur genaue Listen über seine Schätze, sondern kennt natürlich auch die Inhalte seiner Kollektion. Michael Diers hat alle 259 Hefte der Superheldenserie Die Spinne gelesen und daraus ein Buch gemacht. CRON hat ihn dazu befragt.
Mit Nicolas Mahlers Comicadaption von Thomas Bernhards modernem Klassiker »Alte Meister« wagte sich der renommierte Buchverlag Suhrkamp 2011 in die Gefilde der 9. Kunst. Nachdem es dieses Jahr ziemlich ruhig geworden war, um die ambitionierten Pläne Suhrkamps, will man 2013 richtig durchstarten. Gleich fünf neue Titel sind in der Pipeline.
Im April startete der Brockhaus Verlag mit fünf Bänden seine neue Reihe Literaturcomics mit Adaptionen von Klassikern der Abenteuerliteratur. Jetzt steht fest: Im Herbst gibt's Nachschlag.
Wer hätte gedacht, dass nach so vielen Jahren eine deutsche Ausgabe von Jijés Don Bosco erscheint? Das ist eine eher unbekannte aber gesuchte Comicbiographie, mit welcher der Zeichner von Jerry Spring oder Mick Tanguy das Leben des italienischen Priesters Johannes Bosco erzählt.
Der neue Schweizer Verlag Canisi Edition startete sein Programm nicht nur mit diesem Jijé Klassiker aus den 1940er Jahren. CRON sprach mit Ruedi Fäh über seinen Verlag und das Programm.
Jungs lesen nicht – das ist leider kein Vorurteil, sondern Fakt, wenn es um die Lesekompetenz von Grundschülern geht. Der Fischer Verlag glaubt, den Grund für die fehlende Leselust gefunden zu haben: Es liegt an den vorhandenen Lesestoffen. Das Meiste, was Jungen für das erste Lesen angeboten werde, interessiere sie einfach nicht.