2014 feierte die REDDITION – Zeitschrift für Graphische Literatur ihren 30. Geburtstag und wurde während des Internationalen Comic-Salons in Erlangen mit einer eigenen Ausstellung geehrt. Die daraufhin vom Kieler Comiczeichner Volker Sponholz kuratierte Ausstellung, die vom 19. bis 22. Juni 2014 in einem eigens dafür eingerichteten Raum in der Erlanger Innenstadt gezeigt wurde, präsentierte nicht nur einen tiefgehenden Einblick in die Herstellung und Geschichte eines Comicfachmagazins, sondern stellte auch den Ausstellungsmacher vor besondere Herausforderungen. »Ausstellung konnte ich inzwischen – dachte ich«, so Sponholz rückblickend. »Im Angesicht von Kisten voller Briefe von Fans, Verlegern und Zeichnergrößen, epischen Interview-Transskriptionen und Unmengen gefix-o-gumter Druckvorlagen wurde mir dann erst richtig klar, welch ungeheures Arbeits-Werk dieses Magazin darstellt.«
Im Januar 2019 erhielt Pierre Christin auf dem Comicfestival in Angoulême den Prix René Goscinny für sein Lebenswerk, das mehr als 50 Jahre Arbeit für den Comic umfasst. In dieser Zeit hat der französische Schriftsteller und Comicautor wegweisende Werke wie Europas erfolgreichste Science-Fiction-Comicserie Valerian und Veronique (mit Jean-Claude Mézières), Treibjagd und weitere Polit-Thriller (mit Enki Bilal) oder historische Frauenporträts wie Die Diva (mit Annie Goetzinger) geschrieben. Zuletzt erschien mit Ost-West seine Autobiographie in Comicform, gezeichnet von Philippe Aymond.
Zeit also, sich in der REDDITION erneut einem Comicszenaristen zu widmen. Doch anders als seine drei Kollegen René Goscinny, Jean-Michael Charlier oder Michel Regnier alias Greg, zu denen in früheren Ausgaben der REDDITION bereits ausführliche Dossiers erschienen sind und die ihre Karriere als Szenaristen in den 1950er Jahren erfolgreich ausbauen konnten, musste sich Pierre Christin auf einem sich stark verändernden Markt behaupten. In einer Zeit, als Konventionen kippten und es galt, den Comic neu zu erfinden, suchte er die Zusammenarbeit mit jungen Zeichnerinnen und Zeichnern, die an den gemeinsamen Comicprojekten reifen konnten. Er entwickelte im Comic bis dahin unbekannte Erzählformen und stellte journalistisch-aktuelle Bezüge her, die in ihrer Wirkung ähnlich wegbereitend sind wie die von Will Eisner, der heute als »Pionier der Graphic Novel« gilt.
Von den Herausforderungen und Umständen einer ereignisreichen Karriere berichtet Andreas C. Knigge in seiner ausführlichen Biographie über Pierre Christin, die von einem Essay über Bessons Valerian-Film, einem aktuellen Interview mit Jean-Claude Mézières sowie Porträts über Annie Goetzinger, Enki Bilal und Philippe Aymond begleitet wird, also die Zeichnerinnen und Zeichner, mit denen der Szenarist über viele Jahre partnerschaftlich zusammenarbeitete. Vervollständigt wird das Dossier von einer Bibliographie sämtlicher Comics (und anderer Texte), die Pierre Christin geschrieben hat.
Das Inhaltsverzeichnis:
- Planet Christin
von Andreas C. Knigge - About That Jazz
Pierre Christin und Jean Vern
von Andreas C. Knigge - Kleiner Grenzverkehr
Pierre Christin und André Juillard
von Andreas C. Knigge - Valerian und Veronique
von Volker Hamann und Roland Mietz - Am Ende von Raum und Zeit
Ein Gespräch mit Jean-Claude Mézières
von Andreas C. Knigge - Valerian: Die Stadt der tausend Planeten
Wie ein Film seinen Ursprung als Comic verrät
von Georg Seeßlen - Zeichen der Zeit
Die Zusammenarbeit Christin/Bilal
von Michael Hein - Annie Goetzinger
von Falk Straub - Philippe Aymond
von Bernd Frenz - Pierre Christin, Bibliographie seiner Werke
von Volker Hamann
Beilage zu Reddition 70: »Der Mühe gerechter Lohn« Zu dieser Ausgabe erscheint in deutscher Erstveröffentlichung eine der ersten Kurzgeschichten, die Pierre Christin und Jean-Claude Mézières Mitte der 1960er Jahre für Pilote gestalteten, als kleinformatige, limitierte Broschüre, limitiert auf 500 Exemplare! |
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In den 1970er Jahren waren sie eine der ersten europäischen Comicserien, die weltweiten Erfolg im Merchandising hatten, also bei der Vergabe von Lizenzen für die Herstellung von Begleitprodukten und der damit einhergehenden Vermarktung. Überall begegnete man den kleinen blauen Kobolden, die, so wusste bald jedes Kind, Schlümpfe genannt wurden. In ihrer ursprünglichen Form, in den Comics, hatte man sie auch in Deutschland bereits Ende der 1960er Jahre in den Publikationen des Kauka-Verlages entdecken können, aber schon bald folgten sie in allen nur erdenklichen Formen und Größen; die Fernsehausstrahlung von Zeichentrickfilmen mit den Schlümpfen oder die Kinderzimmerinvasion der kleinen Plastikfiguren waren nur der Anfang einer globalen Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält.
Als der belgische Zeichner Pierre Culliford alias Peyo die sympathischen Winzlinge 1958 in seiner Serie Johann und Pfiffikus einführte, konnte er nicht ahnen, welchen triumphalen und einzigartigen Siegeszug die Schlümpfe antreten würden – von der liebe- und niveauvollen Comicunterhaltung bis hin zu Merchandising und Filmen bieten Peyos Helden auch viele Jahre nach seinem Tod eine erstaunliche Bandbreite.
Das Dossier der neuen REDDITION geht dem Rezept für Erfolg und Vielfalt der Schlümpfe auf den Grund und dokumentiert mit der Beschreibung von Leben und Werk Peyos den Weg von den Comics hin zum multimedialen Franchise, bei dem auch seine zahlreichen Kollegen und Assistenten, die Figuren und Filme nicht ausgelassen werden.
Das Inhaltsverzeichnis:
- Die Schlümpfe
Eine Einleitung
von Volker Hamann und Roland Mietz - Biographie Peyo
von Volker Hamann - Interview mit Pierre Culliford alias Peyo
von Arnel Lefevre - Der Schlumpf in seinen 100 Gestalten
Zwei Annäherungen an Peyos Erzähluniversum
von Uwe Zimmermann - Aus dem Schatten heraus
Peyo und seine Assistenten
von Peter Osteried und Volker Hamann - Schmurf? Schloumpf? Oder doch lieber Schlumpf?
Wie die Schlümpfe zu ihrem deutschen Namen kamen
von Volker Hamann - Die Geschichte der Schlumpf-Figuren
von Falk Straub - Die Schlümpfe in Deutschland
von Stefan Schmatz - Smurfin`USA
von Peter Schimkat - Die Schlümpfe in Fernsehen und Film
von Thorsten Hanisch - Peyo, Bibliographie seiner Comics
von Volker Hamann
Beilage zu Reddition 69: Die Schlümpfe: Werbecomics für Kellogg's Corn Flakes Zu dieser Ausgabe erscheinen in deutscher Erstveröffentlichung die neun Halbseiten, die Peyo 1965 als Werbung für die Cerealienmarke Kellogg's Corn Flakes zeichnete, als kleinformatige Broschüre, limitiert auf 500 Exemplare! |
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Der argentinische Szenarist, Publizist und Herausgeber Héctor Germán Oesterheld schuf mit Figuren wie Eternauta, Sgt. Kirk, Mort Cinder oder Ernie Pike ikonische Comichelden, deren Abenteuer mehr waren als Unterhaltung für ein jugendliches Publikum. Die von Zeichnern wie Pratt, Breccia, Solano López und anderen gestalteten Comics spiegelten auch immer die Atmosphäre des von bedrohlichen politischen Umwälzungen heimgesuchten Argentinien wider.
Das Dossier der neuen REDDITION widmet sich dem Leben und dem Werk Oesterhelds im Zeichen von Militärdiktatur und Unterdrückung. Es stellt seinen wichtigsten Künstler Hugo Pratt, Alberto Breccia, Francisco Solano López, Arturo Del Castillo, José-Antonio Muñoz und Enrique Breccia in ausführlichen Porträts vor oder lässt sie in Interviews zu Wort kommen und von ihrer Arbeit mit Oesterheld berichten.
Das Inhaltsverzeichnis:
- Ein Abenteuer im Innern
Interview mit Héctor G. Oesterheld
von Carlos Trillo und Guillermo Saccomanno - Wie entsteht eine Comicfigur?
von Héctor Germán Oesterheld - Ticonderoga
von Héctor Germán Oesterheld - »Verbleib unbekannt«. Das Schicksal der »Verschwundenen«
von Michael Hein - Alberto Breccia
von Volker Hamann und Roland Mietz - Gespräch mit Alberto Breccia
von Volker Hamann und Roland Mietz - Oesterheld und Pratt. Zwei Künstler, ein Land
von Thorsten Hanisch - Francisco Solano López
von Falk Straub - José Antonio Muñoz
von Hannes Grote, Volker Hamann und Roland Mietz - Héctor Germán Oesterheld
von José Muñoz - Arturo Del Castillo
von Bernd Hinrich - Enrique Breccia
von Peter Osteried
Beilage zu Reddition 68: »Guardia Nocturna« Zu dieser Ausgabe erscheint in deutscher Erstveröffentlichung die Geschichte »Guardia Nocturna« von Héctor Germán Oesterheld und Hugo Pratt aus Hora Cero Extra Nr. 39, April 1961 als kleinformatige Broschüre, limitiert auf 400 Exemplare! |
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Er gehört zu den beliebtesten Comicsuperhelden aller Zeiten (und in Deutschland): Batman alias Bruce Wayne, der sich am Mörder seiner Eltern rächen will und dazu die Gestalt(ung) einer Fledermaus annimmt, um fortan getrieben und zerrissen in der nächtlichen Großstadt nach Erlösung und Erfüllung sucht. Die Abenteuer des Dunklen Ritters sind aber weitaus mehr als nur eine Comicserie über einen als Fledermaus verkleideten Rächer aus Gotham City, sondern ein Phänomen und seit fast 80 Jahren erfolgreich.
Das Dossier der neuen REDDITION widmet sich den interessanten Geschichten und Veröffentlichungen aus der Historie der Serie und stellt ihre maßgeblichen Schöpfer vor, darunter Bob Kane und Dick Sprang, Dennis O'Neil und Steve Englehart, Frank Miller und David Mazzucchelli, Jim Aparo und Grant Morrison, Jeph Loeb und Enrico Marini, Scott Snyder und Tom King. Die Zeichner und Autoren werden in umfangreichen Porträts beschrieben und es wird herausgearbeitet, welchen Anteil die Serie Batman an ihrem Werk hatte oder hat. Weitere Artikel über die Zeitreisegeschichten des Dunklen Ritters, seine Leinwandauftritte unter Regisseuren wie Tim Burton oder Christopher Nolan und in der animierten TV-Serie runden das Batman-Dossier ab.
Das Inhaltsverzeichnis:
- Batman: Ein amerikanischer Mythos und seine Schöpfer
von Peter Schimkat - Batman und seine Zeit(en)
von Heiko Langhans - Denny O'Neil
von Peter Schimkat - Steve Englehart
von Peter Schimkat - Frank Miller
von Falk Straub - David Mazzucchelli
von Volker Hamann - Jim Aparo
von Matthias Hofmann - Die Fledermaus im Lichtspielhaus
von Falk Straub - Grant Morrison
von Thorsten Hanisch - Mike Mignola
von Peter Osteried - Batman Animated
von Heiner Lünstedt - Batman: Knightfall
von Peter Osteried - Jeph Loeb und Tim Sale
von Peter Nover - Der Heros in einer Gestalt: Scott Snyder
von Björn Bischoff - Interview mit Greg Capullo
von Stefan Svik - Batman wird erwachsen: Batman von Tom King
von Peter Lau - Der dunkle Prinz von Enrico Marini
von Alex Jakubowski
Beilage zu Reddition 67: »Batman-Porträts« Das kleinformatige Sonderheft kommt dieses Mal als besonderes Fotoalbum daher und zeigt exklusive Aufnahmen maßgeblicher Batman-Schöpfer wie Frank Miller, David Mazzucchelli, Mike Mignola, Grant Morrison, Alan Moore u.a., die der Fotograf Walter Truck zwischen 1988 und 1992 gemacht hat. Limitiert auf 500 Exemplare! |
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